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Google Ads oder Meta Ads: Was passt für KMU?
Google Ads erreicht Menschen mit konkretem Bedarf, Meta Ads weckt Interesse. Beispiele, Budget-Überlegungen, Tracking und Einwilligung für KMU.

Google Ads oder Meta Ads? Die kurze Antwort: Wenn Menschen Ihr Angebot schon aktiv suchen, beginnen Sie mit Google Ads. Wenn Ihr Angebot erst bekannt gemacht oder erklärt werden muss, passt Meta Ads (Instagram und Facebook) besser. Viele KMU brauchen am Ende beide, aber nicht gleichzeitig und nicht mit demselben Budget.
Dieser Artikel hilft bei der Entscheidung, zeigt Beispiele aus Gastronomie, Handwerk und B2B und erklärt, was Sie bei Tracking und Einwilligung beachten müssen.
Der Kernunterschied: Nachfrage bedienen oder Bedarf wecken
Bei Google tippt jemand ein, was er sucht: „Installateur Notdienst Wien” oder „Mittagsmenü 1010”. Ihre Anzeige erscheint genau in diesem Moment. Die Nachfrage ist da, Sie müssen nur sichtbar sein.
Auf Instagram und Facebook sucht niemand nach Ihnen. Die Anzeige erscheint im Feed zwischen Fotos von Freund:innen. Sie unterbricht, und sie muss deshalb Interesse wecken, bevor jemand handelt. Das beschreiben auch österreichische Agenturen wie Lemontec so: Google liefert Menschen mit Suchabsicht, Meta erreicht Menschen über Interessen und Verhalten.
| Kriterium | Google Ads | Meta Ads (Instagram, Facebook) |
|---|---|---|
| Ausgangspunkt | Suchbegriff | Interesse, Region, Verhalten |
| Situation | Mensch hat ein Problem und sucht | Mensch scrollt, Anzeige unterbricht |
| Wichtigstes Material | Anzeigentext, Website, Telefonnummer | Foto und Video |
| Gut für | Dringlichen Bedarf, klare Dienstleistung | Neuigkeiten, Genuss, Emotion, Recruiting |
| Schwäche | Ohne Suchvolumen keine Reichweite | Ohne gutes Bildmaterial keine Wirkung |
Beispiele aus dem Alltag
Gastronomie
Ein Lokal in Wien wird über Google gefunden, wenn jemand „Restaurant Nähe Oper” oder „Frühstück Wien” sucht. Dafür zählen Google-Unternehmensprofil und Suchanzeigen. Meta passt, wenn Sie etwas zeigen wollen: neue Speisekarte, Gastgarten-Saisonstart, Weinabend. Ein gutes Reel vom Küchenteam erreicht Menschen, die nicht wissen, dass sie Lust darauf haben. Mehr dazu im Artikel Social Media für Restaurants und Hotels.
Handwerk
Wer einen Rohrbruch hat, schaut nicht auf Instagram. Installateure, Elektriker oder Schlüsseldienste leben von der Suche und sind bei Google richtig, vor allem mit Standort- und Anrufanzeigen. Meta spielt eine Rolle, wenn es um Mitarbeitersuche geht oder um Projekte mit Vorher-Nachher-Bildern, etwa Badsanierung oder Gartengestaltung, wo Kund:innen erst durch das Ergebnis auf Ideen kommen. Das Thema Personal behandelt Social Recruiting: Mitarbeiter über Social Media finden.
B2B
Wer Software oder Beratung verkauft, wird bei Google über konkrete Problemsuchen gefunden („Buchhaltungssoftware für Gastronomie”). Die Zahl der Suchen ist klein, dafür sind sie präzise. Um neue Zielgruppen erst bekannt zu machen, eignen sich LinkedIn-Ads oder Meta-Anzeigen mit Retargeting. Als Faustregel: Je erklärungsbedürftiger das Produkt, desto wichtiger ist zuerst Inhalt, dann Anzeige.
Fünf Fragen für die Entscheidung
- Suchen Menschen aktiv nach Ihrem Angebot? Prüfen Sie das selbst: Geben Sie die Begriffe bei Google ein und sehen Sie, wer Anzeigen schaltet. Gibt es kaum Anzeigen und kaum passende Treffer, ist die Nachfrage klein.
- Ist Ihr Angebot schnell erklärt? „Notdienst Heizung” versteht jeder. Ein neues Konzept braucht Bild, Video und Zeit.
- Haben Sie gutes Bildmaterial? Für Meta ist es die Voraussetzung, für Google nur ein Zusatz.
- Kann Ihre Website Anfragen aufnehmen? Telefonnummer, Formular und klare Leistungen sind für beide Kanäle nötig, für Google besonders.
- Wie schnell brauchen Sie Anfragen? Google liefert Anfragen meist früher, weil die Suchabsicht schon da ist. Meta braucht oft länger, baut aber Bekanntheit auf.
Typische Fehler
- Mit allem gleichzeitig starten. Zwei Kanäle mit je zu wenig Budget lernen beide nicht.
- Auf die Startseite verlinken. Die Anzeige verspricht etwas Konkretes, die Seite muss es liefern.
- Nur Klicks zählen. Entscheidend sind Anfragen, Anrufe und Reservierungen.
- Tracking vergessen. Ohne Messung bleibt jede Auswertung Vermutung.
- Zu früh abbrechen oder zu früh hochfahren. Beides stört die Lernphase.
Budget: Womit rechnen?
Es gibt keinen Pauschalbetrag, der für alle passt. Hilfreich sind zwei Überlegungen.
Bei Google bestimmen Klickpreis und Wettbewerb. Beliebte Begriffe wie „Rechtsanwalt Wien” sind teurer als Nischenbegriffe. Die Rechnung dahinter: Monatsbudget = (gewünschte Anfragen × Klickpreis) ÷ Conversion-Rate Ihrer Website, wie etwa Ostend Digital erklärt. Eine schwache Website treibt die Kosten pro Anfrage hoch, auch bei guten Anzeigen.
Bei Meta braucht das System Daten. Laut Berichten über die Lernphase sollte eine Anzeigengruppe rund 50 Ergebnisse (etwa Anfragen) in sieben Tagen erreichen, damit die Ausspielung stabil wird (siehe PPC Land). Bei kleinem Budget und seltenen Ergebnissen kommt man schwer dorthin. Wählen Sie dann ein Ziel, das häufiger passiert, etwa Nachrichten oder Seitenaufrufe, und halten Sie die Kampagnenstruktur schlank.
Das Werbebudget zahlen Sie direkt an Google oder Meta. Unsere Honorare für Google Ads und Meta- und TikTok-Ads liegen ab 450 Euro pro Monat bzw. 15 % vom Werbebudget (netto zuzüglich 20 % USt.), das Angebot machen wir nach dem Erstgespräch.
Tracking und Einwilligung
Ohne Messung wissen Sie nicht, ob Anzeigen Anfragen bringen. In Österreich und im EWR gehört dazu die Einwilligung der Besucher:innen.
- Google: Wer Besucher:innen aus dem EWR hat und Google-Tags für Messung oder Remarketing nutzt, muss deren Einwilligung an Google weitergeben. Das läuft über den Einwilligungsmodus (Consent Mode). Details stehen in der Google-Ads-Hilfe, einen verständlichen Überblick gibt Herold.
- Meta: Auch das Meta-Pixel setzt Cookies. Binden Sie es erst nach Einwilligung ein und lassen Sie die Konfiguration mit Ihrer Datenschutzberatung abklären.
- Lücken: Wer das Cookie-Banner ablehnt, taucht in den Messdaten nicht auf. Die Zahlen zeigen daher Tendenzen, keine vollständige Wahrheit.
Wir richten Konten, Pixel und Conversion-Tracking in der Ads-Strategie ein. Das ist keine Rechtsberatung. Zur Einwilligung sprechen Sie bitte auch mit einer Datenschutzberatung.
Und TikTok oder LinkedIn?
TikTok-Anzeigen funktionieren ähnlich wie Meta: Sie unterbrechen und brauchen Video. Sie sind interessant, wenn Ihre Zielgruppe jung ist, siehe Meta- und TikTok-Ads. LinkedIn ist für B2B sinnvoll, wenn Sie Menschen nach Branche und Funktion ansprechen müssen. Die Zielgruppe lässt sich dort genauer eingrenzen. Starten Sie auch hier mit einem Kanal.
Beide kombinieren: sinnvolle Reihenfolge
- Start mit Google, wenn es Suchen nach Ihrem Angebot gibt und die Website Anfragen aufnehmen kann.
- Meta dazunehmen, wenn Sie neue Zielgruppen erreichen oder Bestehende wiedersehen wollen (Retargeting auf Besucher:innen).
- Inhalte teilen: Dieselben Videos und Fotos laufen organisch und als Anzeige. Das spart Produktionskosten, siehe Content-Produktion.
- Getrennt auswerten: Google-Anfragen und Meta-Anfragen unterscheiden sich in Qualität und Zeitpunkt. Vergleichen Sie sie nicht eins zu eins.
Meta weckt Interesse, Google fängt die spätere Suche ab, so empfehlen es auch viele Agenturen im deutschsprachigen Raum (z. B. STARK). Ob das für Ihr Geschäft stimmt, zeigt nur ein Test mit klaren Zielen.
Häufige Fragen
Welcher Kanal ist günstiger?
Das hängt von Klickpreisen, Zielgruppe und Website ab. Ein Klick auf Meta stammt von jemandem, der gerade scrollt, ein Klick auf Google von jemandem mit konkretem Bedarf. Vergleichen Sie deshalb die Kosten pro Anfrage, nicht pro Klick.
Reicht Instagram-Werbung allein?
Für Bekanntheit und Aktionen ja. Wenn Ihre Kund:innen aber gezielt nach Ihrer Leistung suchen, entgehen Ihnen ohne Google Anfragen.
Wie lange dauert es, bis Anzeigen sinnvoll laufen?
Rechnen Sie mit mehreren Wochen für Test und Optimierung. Die ersten Tage zeigen vor allem, was nicht funktioniert. Ergebnisse garantiert keine seriöse Agentur.
Brauche ich eine Website für Meta Ads?
Nicht zwingend, ein Formular oder Nachrichten in Instagram genügen. Für Google Ads brauchen Sie eine Seite, die zur Suche passt und Anfragen leicht macht.
Quellen
- Lemontec: Google Ads vs. Meta Ads
- STARK Marketing: Google Ads vs Facebook Ads
- Ostend Digital: Google Ads Budget planen
- PPC Land: Learning phase
- Google Ads-Hilfe: Einwilligungsmodus für Traffic im EWR
- Herold: Google Consent Mode verständlich erklärt

Beniamino Häfner
Gründer und Inhaber von FameFactory. Studium an der WU Wien (BSc, MSc) mit Schwerpunkt Social-Media-Marketing. Betreut seit 2018 Unternehmen in Wien und ganz Österreich.