Social Recruiting
Social Recruiting: Mitarbeiter über Instagram, TikTok und Facebook finden
Anzeigen auf Instagram, TikTok und Facebook, Zielgruppen-Regeln, einfaches Formular und rechtliche Pflichten bei Jobinseraten in Österreich.

Wer Mitarbeiter über Social Media finden will, erreicht auch Menschen, die gerade gar nicht nach einem Job suchen. Das funktioniert mit bezahlten Anzeigen auf Instagram, Facebook und TikTok, einem kurzen Video mit echten Kolleg:innen und einem Bewerbungsweg, der in wenigen Minuten erledigt ist. Dazu kommen in Österreich zwei Pflichten, die jedes Inserat betreffen: eine geschlechtsneutrale Ausschreibung und die Angabe des Mindestentgelts.
Dieser Artikel zeigt, wie ein Recruiting-Auftritt auf Social Media aufgebaut ist und worauf Sie rechtlich und technisch achten müssen.
Warum Social Media für die Mitarbeitersuche taugt
Die klassische Jobbörse erreicht Menschen, die aktiv suchen. Auf Instagram, Facebook und TikTok erreichen Sie auch jene, die offen für etwas Neues wären, aber nie eine Jobplattform öffnen würden. Das ist vor allem bei Berufen interessant, in denen Fachkräfte rar sind: Küche und Service, Pflege, Handwerk, Verkauf.
Besonders klar ist das bei Lehrlingen. Laut Jugend-Internet-Monitor 2025 nutzen 74 Prozent der befragten 11- bis 17-Jährigen in Österreich Snapchat, 73 Prozent Instagram und 72 Prozent TikTok. Wer 15-Jährige für eine Lehre gewinnen will, findet sie dort, nicht in Stellenportalen. Die Studie befragte allerdings nur 405 Jugendliche und sagt nichts darüber, wie gut Recruiting-Anzeigen bei ihnen funktionieren.
Welche Plattform für welche Stelle
| Plattform | Passt gut für | Hinweis |
|---|---|---|
| Lehrlinge, Servicepersonal, Verkauf, Gesundheitsberufe | Reels und Stories mit echten Einblicken in den Arbeitsalltag | |
| Handwerk, Produktion, Pflege, Quereinsteiger:innen ab 30 | Anzeigen laufen über denselben Werbeanzeigenmanager wie Instagram | |
| TikTok | Lehrlinge, Praktikant:innen, junge Gastro- und Handelsteams | Kurze, ungeschminkte Videos funktionieren besser als Hochglanz |
| Fach- und Führungskräfte, Büro und IT | Eigene Zielgruppen nach Branche und Jobtitel, siehe LinkedIn-Ads |
Starten Sie mit einer Plattform, nicht mit allen. Instagram und Facebook laufen über dasselbe Meta-Konto, eine Kampagne kann beide bedienen.
Die Anzeige: ein Video statt einer Stellenbeschreibung
Eine Social-Media-Anzeige konkurriert mit Urlaubsfotos und Katzenvideos. Ein Textblock mit Anforderungsprofil verliert da. Was funktioniert:
- Echte Mitarbeitende im Video. Eine Köchin zeigt ihre Station, ein Lehrling erzählt in zwei Sätzen, was er am ersten Tag gemacht hat. Keine Schauspieler, kein Stockmaterial.
- Die Frage in den ersten Sekunden beantworten: Was ist das für ein Job, wo, und was bekomme ich dafür?
- Konkret statt Floskel. „Dienstplan 4 Wochen im Voraus” sagt mehr als „flexible Arbeitszeiten”.
- Ein klarer nächster Schritt. Nur ein Button, nur ein Weg zur Bewerbung.
Genau hier hilft Content-Produktion vor Ort: Wir drehen bei Ihnen im Betrieb mit Ihrem Team und liefern Reels, die Sie auch organisch auf Ihren Kanälen verwenden können.
Zielgruppen-Regeln bei Job-Anzeigen auf Meta
Meta behandelt Stellenanzeigen als Sonderkategorie „Beschäftigung”. Bei der Kampagnenerstellung müssen Sie diese Kategorie angeben, ohne sie kann Meta die Anzeige ablehnen. Dafür gelten Einschränkungen beim Targeting, die Diskriminierung verhindern sollen. Laut Meta-Hilfe und Jon Loomers Übersicht betrifft das:
- Alter: fest auf 18 bis 65+, keine Eingrenzung möglich
- Geschlecht: fest auf alle Geschlechter
- Standort: keine Auswahl nach Postleitzahl, sondern nur als Umkreis
- Zielgruppen: kein Lookalike, und einige Interessen und Verhaltensweisen sind gesperrt
Die genauen Einschränkungen hängen vom Markt ab und ändern sich. Prüfen Sie sie im Werbeanzeigenmanager, bevor Sie Budget planen.
Für Lehrlingssuche heißt das praktisch: Sie können nicht gezielt 15-Jährige ansprechen, weil die Kategorie nur Menschen ab 18 zulässt. Hier kommen Eltern, Berufsorientierung und organische Kanäle ins Spiel. Bei TikTok ist die Lage ähnlich: Laut TikTok-Hilfe gibt es eine eigene Richtlinie für Anzeigen zu Wohnen, Beschäftigung und Kredit. Welche Regeln für Österreich gelten, sehen Sie im Anzeigenmanager.
Mehr zur Technik hinter den Anzeigen finden Sie auf unserer Seite zu Meta- und TikTok-Ads.
Das Bewerbungsformular: je kürzer, desto besser
Jeder zusätzliche Schritt kostet Bewerbungen. Der einfachste Weg auf Meta ist ein Sofortformular (Instant Form): Es öffnet sich direkt in Facebook oder Instagram, Name und Kontaktdaten sind oft vorausgefüllt. Ein Lebenslauf-Upload ist nicht nötig.
Eine Checkliste für das Formular:
- Nur Name, Telefonnummer oder E-Mail und höchstens zwei bis drei Fragen
- Eine Frage, die Eignung klärt (z. B. „Haben Sie einen Führerschein B?“)
- Hinweis zum Datenschutz mit Link zu Ihrer Datenschutzerklärung
- Schnelle Rückmeldung: Wer nach drei Tagen noch nichts hört, ist meist weg
- Ein Telefonat statt Anschreiben als erster Schritt
Die Abwägung dahinter: Je weniger Hürden, desto mehr Menschen bewerben sich, aber desto weniger davon passen. Entscheiden Sie, ob Sie viele Kontakte wollen oder weniger, dafür vorqualifizierte.
Recht in Österreich: Gleichbehandlung und Gehaltsangabe
Zwei Regeln gelten für jedes Inserat, auch für Anzeigen auf Social Media. Das ist keine Rechtsberatung, im Zweifel fragen Sie die Wirtschaftskammer oder eine Rechtsvertretung.
Geschlechtsneutral ausschreiben
Nach § 9 Gleichbehandlungsgesetz darf ein Arbeitsplatz weder öffentlich noch innerhalb des Betriebs nur für Männer oder nur für Frauen ausgeschrieben werden. Üblich ist der Zusatz „(m/w/d)” oder eine neutrale Formulierung wie „Servicekraft”. Die Gleichbehandlungsanwaltschaft gibt dazu eine Empfehlung heraus, auch zu Formulierungen wie „mehrjährige Berufserfahrung”, die sie kritisch sieht. Auch Videos und Bilder sollten nicht den Eindruck erwecken, nur ein Geschlecht sei gemeint.
Mindestentgelt angeben
Seit 2011 müssen Sie in der Ausschreibung das für die Stelle geltende kollektivvertragliche Mindestentgelt nennen. Wer bereit ist, mehr zu zahlen, muss darauf hinweisen, etwa mit „Bereitschaft zur Überzahlung”. Die Wirtschaftskammer erklärt die Details, karriere.at zeigt Formulierungsbeispiele. Bei Verstößen sind laut Artus Verwaltungsstrafen bis 360 Euro möglich, beim ersten Mal in der Regel eine Ermahnung.
Für Anzeigen heißt das: Die Gehaltsangabe gehört in den Anzeigentext oder auf die Seite, auf die die Anzeige verlinkt, nicht erst ins Vorstellungsgespräch. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie soll zusätzliche Pflichten bringen. Wie weit die Umsetzung in Österreich ist, erklärt die StepStone-Übersicht. Prüfen Sie den aktuellen Stand, bevor Sie Inserate veröffentlichen.
Typische Fehler
- Gehalt fehlt. Das ist nicht nur rechtlich ein Problem, es kostet auch Bewerbungen, weil viele sofort weiterscrollen.
- Stockfotos statt Team. Wer sich bewirbt, will wissen, mit wem er arbeitet.
- Zu viele Pflichtfelder. Jedes Feld mehr ist eine Hürde.
- Keine Reaktion. Eine Bewerbung, die tagelang unbeantwortet bleibt, wird oft zurückgezogen, bevor Sie anrufen.
- Anzeige führt auf die Startseite. Besucher:innen suchen dann die Stelle und springen ab.
Ablauf einer Recruiting-Kampagne
- Stelle und Angebot klären: Gehalt, Arbeitszeit, Standort, drei echte Argumente für Ihren Betrieb
- Video drehen: mit Mitarbeitenden, vor Ort, hochkant
- Kampagne einrichten: Sonderkategorie, Formular, Tracking
- Anzeigen starten und beobachten: Welche Version bringt passende Bewerbungen?
- Rückmeldung schnell erledigen: Das liegt bei Ihnen, nicht bei der Anzeige
Wie wir das umsetzen, steht auf der Seite zu Social Recruiting: ab 450 Euro pro Monat zuzüglich Werbebudget, netto zuzüglich 20 % USt., individuelles Angebot nach dem Erstgespräch. Das Werbebudget zahlen Sie direkt an die Plattform. Ergebnisse versprechen wir nicht, weil sie von Stelle, Region und Gehalt abhängen. Wenn Sie wissen wollen, ob sich das für Ihre offene Stelle eignet, buchen Sie ein Erstgespräch. Wie Anzeigen auf Google im Vergleich zu Meta funktionieren, lesen Sie in Google Ads oder Meta Ads.
Häufige Fragen
Wie viele Bewerbungen bringt eine Social-Recruiting-Kampagne?
Dazu gibt es keine seriöse Pauschalzahl. Es hängt von Beruf, Region, Gehalt, Anzeige und Reaktionszeit ab. Nach den ersten Wochen sehen Sie anhand der Kampagnendaten, was passt.
Darf ich in der Anzeige nach Alter oder Geschlecht auswählen?
Auf Meta nicht. Die Sonderkategorie Beschäftigung sperrt die Eingrenzung nach Alter und Geschlecht. Rechtlich gilt unabhängig davon das Gleichbehandlungsgesetz.
Muss ich das Gehalt in der Social-Media-Anzeige nennen?
Die Pflicht betrifft die Ausschreibung insgesamt. Das Mindestentgelt sollte deshalb dort stehen, wo die Stelle beschrieben wird, im Anzeigentext oder auf der verlinkten Seite.
Brauche ich eine Karriereseite?
Nicht zwingend. Ein Sofortformular reicht für den Anfang. Eine eigene Seite mit Gehalt, Aufgaben und Ansprechperson wirkt aber glaubwürdiger.
Quellen
- Jugend-Internet-Monitor 2025, konsumentenfragen.at
- Meta: Zielgruppen für Kredit-, Beschäftigungs- und Wohnungskampagnen
- Jon Loomer Digital: Special Ad Categories
- TikTok: HEC Ad Policy
- Meta: Lead-Anzeige mit Sofortformular erstellen
- § 9 GlBG, jusline.at
- Empfehlung der Gleichbehandlungsanwaltschaft zu Stelleninseraten
- WKO: Angabe des Mindestentgelts im Stelleninserat
- karriere.at: Gehaltsangabe im Stelleninserat
- Artus: Angabe des Mindestentgeltes in Stelleninseraten
- StepStone: Entgelttransparenzrichtlinie Österreich

Beniamino Häfner
Gründer und Inhaber von FameFactory. Studium an der WU Wien (BSc, MSc) mit Schwerpunkt Social-Media-Marketing. Betreut seit 2018 Unternehmen in Wien und ganz Österreich.