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KI-SEO

KI-Suche: Wie Unternehmen in ChatGPT, Perplexity und Google-KI sichtbar werden

Wie KI-Suchen Quellen wählen und was Unternehmen tun können, um genannt zu werden: klare Antworten, Daten, Google-Profil, Erwähnungen. Ohne Versprechen.

Von Beniamino Häfner, Gründer von FameFactory ·· 7 Minuten Lesezeit

Beniamino Häfner bespricht mit zwei Kolleginnen am Laptop einen Redaktionsplan im FameFactory-Büro

Um in ChatGPT sichtbar zu werden, gibt es keinen Trick und keine Garantie. Was nachweislich hilft: eine Website, die Suchmaschinen finden und lesen können, klare Antworten auf echte Kundenfragen, korrekte Unternehmensdaten und Erwähnungen auf anderen Seiten. Das ist im Kern gute SEO, nur mit etwas mehr Augenmerk auf Klarheit.

Dieser Artikel erklärt, wie KI-Suchen Quellen auswählen, was in Österreich bereits läuft und was Sie als Unternehmen konkret tun können. Auch dazu, was nicht belegt ist, etwa bei der Datei llms.txt.

Wie KI-Suchen zu ihren Quellen kommen

ChatGPT (mit Suche), Perplexity und Googles KI-Antworten funktionieren ähnlich: Sie suchen im Hintergrund nach passenden Seiten, lesen Auszüge und formulieren daraus eine Antwort mit Quellenangaben. Unterschiede gibt es im Detail.

Anbieter Wie Quellen entstehen Was Sie steuern können
Google (KI-Übersichten, KI-Modus) Eigener Suchindex, gleiche Qualitätssysteme wie die normale Suche Indexierung, hilfreiche Inhalte, Snippets nicht sperren
ChatGPT-Suche Eigener Crawler (OAI-SearchBot) Crawler in der robots.txt nicht blockieren
Perplexity Eigener Crawler (PerplexityBot), Antworten immer mit Quellen Crawler zulassen, klare, aktuelle Seiten

Laut Google nutzen KI-Übersichten und KI-Modus ein Verfahren namens „Query Fan-out”: Statt einer Suche stellt das System mehrere verwandte Suchen zu Unterthemen. Ihre Seite hat bessere Chancen, wenn sie ein Thema breit und konkret beantwortet, nicht nur ein einzelnes Stichwort.

OpenAI empfiehlt Website-Betreibern, den Crawler OAI-SearchBot nicht zu blockieren, wenn ihre Seiten in ChatGPT-Suchergebnissen erscheinen sollen. Der Trainings-Crawler GPTBot ist eine eigene Einstellung. Auch Perplexity beschreibt seine Crawler und deren robots.txt-Regeln.

Was in Österreich schon gilt

  • KI-Übersichten: Seit 26. März 2025 gibt es sie laut r.at in Österreich, anfangs für angemeldete Nutzer:innen ab 18.
  • KI-Modus: Google startete ihn am 8. Oktober 2025 in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er beantwortet Fragen im Dialog und nennt Links zu Quellen.
  • ChatGPT als Suchmaschine: Laut Saferinternet.at nutzen 94 Prozent der befragten 11- bis 17-Jährigen in Österreich KI-Chatbots. Wer künftige Kund:innen erreichen will, sollte also damit rechnen, dass ein Teil von ihnen dort fragt und nicht bei Google.

Wie oft KI-Antworten Klicks ersetzen, ist je nach Branche und Frage verschieden. Seriöse Pauschalwerte für Österreich kennen wir nicht.

Was das für Ihr Unternehmen bedeutet

Eine KI-Antwort liefert oft schon die Information, wegen der sonst jemand Ihre Seite geöffnet hätte. Wie stark das den Besuch Ihrer Website verändert, hängt von der Frage ab: Wer „Wie lange dauert eine Wurzelbehandlung?” fragt, bekommt die Antwort direkt. Wer einen Termin sucht, muss bei Ihnen buchen.

Daraus folgt, was sich lohnt:

  • Für Ratgeber-Fragen: Genannt werden ist das Ziel, etwa als Quelle in der Antwort. Der Name Ihres Betriebs bleibt im Gedächtnis.
  • Für Kauf- und Terminfragen: Die Seite, auf die man danach klickt, muss sofort handlungsfähig sein: Telefonnummer, Buchungsformular, Preise, Öffnungszeiten.
  • Für lokale Fragen: Ihr Google-Profil und Ihre Bewertungen wirken oft vor der Website.

Ein Beispiel: Eine Ordination, ein Autohaus und ein Weingut brauchen unterschiedliche Seiten. Die Ordination beantwortet Fragen zu Ablauf und Terminen, das Autohaus zu Probefahrt, Finanzierung und Übergabe, das Weingut zu Verkostung, Anreise und Abholung. Medizinische Aussagen und Werbung unterliegen Regeln, hier gilt: Nicht ohne Rücksprache mit Kammer oder Rechtsberatung formulieren.

Was Sie tun können

1. Fragen Ihrer Kund:innen klar beantworten

KI-Suchen übernehmen Passagen, die für sich verständlich sind. Schreiben Sie unter jede Überschrift zuerst die Antwort in zwei bis drei Sätzen, dann die Details. Beispiel für ein Weingut: Unter der Überschrift „Wie lange dauert eine Verkostung?” steht zuerst die Dauer, die mögliche Gruppengröße und die Anmeldefrist, danach erst die Beschreibung. Das ist besser als „Erleben Sie Genuss auf höchstem Niveau”.

Typische Quellen für solche Fragen sind Ihre Kundenanfragen am Telefon, in Mails und Google-Rezensionen. Machen Sie daraus Abschnitte oder Fragen-und-Antworten-Seiten.

2. Daten, Preise und Fakten nennen

Allgemeine Aussagen werden selten zitiert. Konkretes schon: Öffnungszeiten, Preise „ab”, Einzugsgebiet, Ablauf, Voraussetzungen. Wo Sie Zahlen nennen, nennen Sie Quelle und Datum.

3. Google-Unternehmensprofil pflegen

Für lokale Fragen („Zahnarzt Nähe Westbahnhof”, „Weingut Weinviertel Verkostung”) nutzt Google Ihr Unternehmensprofil. Laut Google-Hilfe bestimmen Relevanz, Entfernung und Bekanntheit die lokale Reihung, vollständige und korrekte Angaben helfen. Kategorien, Öffnungszeiten, Fotos und Antworten auf Rezensionen gehören dazu. Ob KI-Antworten diese Daten verwenden, hängt vom Anbieter ab, für die Google-Suche ist das Profil ohnehin wichtig.

4. Strukturierte Daten sinnvoll einsetzen

Google schreibt, dass für KI-Funktionen kein spezielles Markup nötig ist. Strukturierte Daten (schema.org) beschreiben aber Unternehmen, Öffnungszeiten oder Artikel maschinenlesbar, etwa mit LocalBusiness. Sie helfen bei der Einordnung, versprechen aber keine Nennung. Die Angaben müssen mit dem sichtbaren Text übereinstimmen.

5. Auf anderen Seiten erwähnt werden

KI-Systeme stützen sich nicht nur auf Ihre Website. Eine Auswertung von Ahrefs zu 75.000 Marken fand laut The Next Web einen stärkeren Zusammenhang zwischen Markenerwähnungen im Web und der Sichtbarkeit in KI-Antworten als bei klassischen Backlinks. Das ist eine Korrelation, kein Beweis für Ursache und Wirkung. Praktisch heißt es: Branchenverzeichnisse, regionale Medien, Verbandsseiten, Bewertungsportale und Partnerseiten sind nicht nur für Links gut, sondern auch dafür, dass Ihr Name in passendem Zusammenhang auftaucht. Kaufen oder erfinden Sie keine Erwähnungen.

6. Technik: lesbar, schnell, indexierbar

Bleiben Sie bei einfachem HTML mit Überschriften, Absätzen und Tabellen. Prüfen Sie die robots.txt auf blockierte Suchcrawler und die Seiten auf Indexierbarkeit. Genau das gehört zu einer SEO-Betreuung und zu einer Website, die schnell lädt.

llms.txt: nüchtern eingeordnet

llms.txt ist eine Textdatei im Hauptverzeichnis, die KI-Systemen eine Übersicht der wichtigsten Seiten geben soll. Google-Mitarbeiter John Mueller sagte laut Search Engine Roundtable, dass derzeit kein KI-System die Datei verwendet, und verglich sie mit dem alten Keywords-Meta-Tag. Schaden kann sie nicht, wenn sie wenig Aufwand macht. Belegten Nutzen hat sie aber nicht, deshalb ist sie bei uns nie der erste Schritt.

Checkliste für den Start

  • Suchcrawler (Google, OAI-SearchBot, PerplexityBot) sind nicht blockiert
  • Wichtige Seiten sind indexiert
  • Jede wichtige Seite beantwortet eine konkrete Kundenfrage in den ersten Sätzen
  • Preise, Öffnungszeiten und Kontaktdaten sind überall gleich
  • Google-Unternehmensprofil ist vollständig
  • Ihr Unternehmen steht in relevanten Verzeichnissen und Branchenseiten
  • Sie prüfen einmal im Monat, was ChatGPT, Perplexity und Google zu Ihren Kernfragen antworten

Zum letzten Punkt: KI-Antworten schwanken von Mal zu Mal. Testen Sie mehrmals und halten Sie fest, ob Sie genannt werden. Eine einzelne Antwort ist kein Messwert.

Wie wir dabei helfen

Der Einstieg ist der SEO- und KI-Check ab 490 Euro einmalig. Laufend ist KI-SEO Teil der SEO-Betreuung ab 790 Euro pro Monat (netto zuzüglich 20 % USt., individuelles Angebot nach dem Erstgespräch). Wir versprechen keine Nennung in ChatGPT, denn das kann niemand seriös. Wenn Sie wissen wollen, wo Ihr Unternehmen steht, buchen Sie ein Erstgespräch. Wer zusätzlich bezahlte Sichtbarkeit sucht, findet im Artikel Google Ads oder Meta Ads die Unterschiede.

Häufige Fragen

Kann ich bezahlen, um in ChatGPT genannt zu werden?

Eine Nennung in der Antwort selbst lässt sich nicht kaufen. Werbeformate in KI-Anwendungen sind etwas anderes und entwickeln sich laufend.

Ersetzt KI-SEO die klassische SEO?

Nein. Google sagt selbst, dass seine KI-Funktionen auf den normalen Such- und Qualitätssystemen aufbauen (siehe Google). Gute SEO bleibt die Basis.

Muss ich meine Website für KI sperren oder öffnen?

Wer in der KI-Suche genannt werden möchte, sollte Suchcrawler nicht blockieren. Ob Sie das Training Ihrer Inhalte zulassen, ist eine getrennte Entscheidung (z. B. GPTBot).

Wie sehe ich, ob mein Unternehmen genannt wird?

Fragen Sie ChatGPT, Perplexity und Google mit den Fragen Ihrer Kund:innen und notieren Sie die Quellen. Wiederholen Sie das monatlich. Für Google gibt es keinen eigenen KI-Bericht in der Search Console, laut Google gelten die normalen Berichte.

Quellen

Beniamino Häfner

Beniamino Häfner

Gründer und Inhaber von FameFactory. Studium an der WU Wien (BSc, MSc) mit Schwerpunkt Social-Media-Marketing. Betreut seit 2018 Unternehmen in Wien und ganz Österreich.