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Gastronomie

Social Media für Restaurants und Hotels: Was wirklich funktioniert

Eigene Bilder, kurze Reels, ein gepflegtes Google-Profil und Gesichter aus dem Team: Was bei Restaurants und Hotels in Österreich zählt und was Zeit spart.

Von Beniamino Häfner, Gründer von FameFactory ·· 8 Minuten Lesezeit

Fotografin fotografiert einen voll gedeckten Tisch mit Sushi und Wok-Gerichten von oben

Social Media funktioniert für Restaurants und Hotels vor allem dann, wenn Gäste echte Bilder aus dem Betrieb sehen: Gerichte, Räume, Team und Atmosphäre. Dazu kommt ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil, denn dort fällt die Entscheidung für Reservierung oder Buchung oft endgültig. Sichtbarkeit baut sich eher über regelmäßige, kurze Videos im Hochformat auf als über seltene Hochglanzposts.

Dieser Beitrag zeigt, welche Inhalte und Formate sich für Gastronomie und Hotellerie eignen, was Sie im Google-Profil erledigen sollten und worauf Sie bei Mitarbeiter- und Gästefotos achten. Er stützt sich auf Angaben von Google, dem WIFI Wien, dem Österreichischen Hotelier-Verband und österreichischen Datenschutzquellen.

Eigene Bilder schlagen Stockfotos

Gäste wollen wissen, wo sie hingehen. Ein Stockfoto von Pasta oder einem Hotelbett sagt nichts über Ihren Betrieb. Ein kurzes Video, in dem Ihr Koch die Pfanne schwenkt oder Ihr Frühstücksbuffet aufgebaut wird, sagt sehr viel.

Das WIFI Wien nennt für die Gastronomie als Basis Authentizität, Regelmäßigkeit und Interaktion, und hebt Einblicke hinter die Kulissen als besonders geschätzt hervor (WIFI Wien). Auch für Hotels gilt: Persönlichkeit, Atmosphäre und glaubwürdige Geschichten bleiben die zentralen Erfolgsfaktoren, so die Auswertung eines Projekts mit Hotels, das der Hotelier-Verband dokumentiert (ÖHV).

Welche Inhalte in Restaurants und Hotels funktionieren

Nicht jeder Inhalt braucht ein Drehbuch. Diese Bausteine passen in den Alltag eines Betriebs:

Inhalt Beispiel Restaurant Beispiel Hotel
Produkt Signature-Gericht, Mittagsmenü, Dessert Zimmer, Frühstück, Wellnessbereich
Handwerk Zubereitung, Plating, Teig ausrollen Zimmer herrichten, Bar-Vorbereitung
Team Küche und Service vorstellen Rezeption, Housekeeping, Küche
Ort und Umgebung Gastgarten, Terrasse, Straße Aussicht, Wandertipps, Ausflugsziele
Anlässe Menüwechsel, Feiertage, Events Saisonstart, Packages, Veranstaltungen
Gäste Reaktionen und Bewertungen (mit Einverständnis) Erlebnisse und Empfehlungen (mit Einverständnis)

Das WIFI Wien empfiehlt außerdem Stories für regelmäßige Präsenz, Fragen-Sticker für Interaktion, etwa bei der Tageskuchen-Wahl, und regionale Guides mit Ausflugstipps in der Umgebung. Das gilt für Hotels genauso wie für Lokale mit vielen Touristen.

Das Mittagsmenü als Dauerbrenner

Ein Mittagsmenü ändert sich laufend und bringt damit automatisch Inhalt: täglich ein neues Foto, ein kurzes Video oder eine Story. Wer das in einem Wochenplan bündelt, spart Zeit. Ein halber Drehtag kann Material für mehrere Wochen liefern, wenn Gerichte, Räume und Team vorab geplant sind.

Formate: Reels, Fotos, Stories

Kurze Videos im Hochformat sind ein zentrales Format, weil Instagram, TikTok und YouTube Shorts sie ausspielen. Das WIFI Wien empfiehlt Reels ausdrücklich für mehr Sichtbarkeit bei einem breiteren Publikum. Für Reels gilt das Format 9:16 (1080 x 1920 Pixel), damit das Video den ganzen Bildschirm füllt (Hopper HQ).

Praktisch heißt das:

  • Reels für Zubereitung, Rundgänge und Teamgesichter, kurz und mit klarem Einstieg.
  • Fotos und Karussells für Speisekarte, Zimmerausstattung und Preise.
  • Stories für Tagesaktuelles wie Menü, Wetter für den Gastgarten oder freie Tische.
  • Untertitel einblenden, damit das Video auch ohne Ton verständlich ist.

Bei Fotos gilt der Rat des WIFI Wien: gutes Licht und ein Gericht, das auch mit freiem Auge gut aussieht. Wer sich Zeit nimmt, es anzurichten, hat bessere Bilder.

Google-Unternehmensprofil: Die unterschätzte Bühne

Bevor Gäste reservieren, schauen viele auf Google Maps. Das Profil ist deshalb Teil Ihres Social-Media-Auftritts, auch wenn es kein soziales Netzwerk ist. Laut Google können Restaurants dort folgende Dinge selbst pflegen (Google Unternehmensprofil-Hilfe):

  • Fotos und Videos von Innen- und Außenbereich sowie vom Essen hochladen
  • die Speisekarte im Menüeditor eintragen (Menüeditor)
  • Reservierungen und Wartelisten über einen unterstützten Anbieter verwalten
  • auf Rezensionen antworten, sobald das Unternehmen bestätigt ist (Rezensionen verwalten)

Google rät bei Fotos zu scharfen, gut ausgeleuchteten Bildern, ohne starke Bearbeitung und ohne zu viele Filter oder KI-Werkzeuge: Es kommt auf die realistische Darstellung an (Tipps für Fotos). Das passt gut zu Material aus einem Drehtag. Dieselben Aufnahmen können Sie auf Instagram und im Google-Profil nutzen.

Checkliste Google-Profil

  • Öffnungszeiten, auch an Feiertagen, aktuell
  • Speisekarte oder Zimmerübersicht eingetragen
  • Neue Fotos mindestens einmal pro Saison
  • Reservierungs- oder Buchungslink hinterlegt
  • Auf Rezensionen geantwortet, auch auf kritische, freundlich und sachlich
  • Telefonnummer und Website stimmen

Reservierungen und Buchungen lenken

Ein Reel soll zu einer Handlung führen. Sonst bleibt es beim Zuschauen. Planen Sie bei jedem Format den nächsten Schritt mit:

  1. Link in der Bio auf Reservierung oder Buchung, nicht auf die Startseite.
  2. Hinweis im Posting, etwa “Tisch reservieren: Link in der Bio”.
  3. Stories mit Link-Sticker für kurzfristige Aktionen.
  4. Gleiche Informationen überall: Öffnungszeiten und Kontakt müssen auf Instagram, Facebook und Google übereinstimmen.

Bei Hotels sollte der Weg zur Direktbuchung kurz sein: Verlinken Sie die eigene Buchungsseite prominent, nicht nur die Startseite.

Community: Antworten statt Senden

Social Media ist keine Einbahnstraße. Wer Kommentare, Nachrichten und Rezensionen ignoriert, verschenkt Vertrauen. Das WIFI Wien empfiehlt, Fragen zu stellen und die Community in Entscheidungen einzubinden.

Praktische Regeln für den Alltag:

  • Antworten Sie auf Fragen zu Öffnungszeiten und Reservierung am selben Tag.
  • Danken Sie für Lob mit einem persönlichen Satz, nicht mit einer Vorlage.
  • Reagieren Sie auf Kritik ruhig und leiten Sie Details in eine Direktnachricht.
  • Teilen Sie Gästebilder nur mit Einverständnis.

Wenn das Team im Service keine Zeit hat, ist das ein typischer Fall für eine externe Social-Media-Betreuung, die Antworten, Postings und Reporting übernimmt.

Personal zeigen: Was sich lohnt und was zu beachten ist

Gesichter aus dem Team machen einen Betrieb greifbar. Der Hotelier-Verband beschreibt bei Familux Resorts Formate mit einem wiederkehrenden Gesicht der Marke und authentischen Mitarbeiter-Videos als Ansatz für TikTok (ÖHV). Das zeigt auch potenziellen Bewerber:innen, wie es bei Ihnen zugeht.

Rechtlich gilt in Österreich: Wer Mitarbeiter:innen oder Gäste erkennbar abbildet, braucht in der Regel deren Einwilligung. Das Recht am eigenen Bild (§ 78 Urheberrechtsgesetz) schützt vor Veröffentlichungen, die berechtigte Interessen verletzen, zusätzlich greift der Datenschutz (RechtEasy). Die Ombudsstelle weist darauf hin, dass eine Einwilligung nur wirksam ist, wenn klar ist, wofür und in welchen Medien das Bild erscheint. Eine Pauschalformel wie “Ich stimme der Veröffentlichung zu” reicht nicht (Ombudsstelle).

Wichtig bei Mitarbeiter:innen: Die Datenschutzbehörde hat in einem Fall entschieden, dass ein Unternehmen Fotos und Videos einer ehemaligen Mitarbeiterin auf deren Verlangen löschen muss. Das Marketinginteresse überwog nicht (dataprotect.at). Holen Sie deshalb schriftliche, konkret formulierte Einwilligungen ein und prüfen Sie beim Austritt, welches Material online ist. Das ist keine Rechtsberatung. Bei Unsicherheit hilft die Rechtsberatung der Wirtschaftskammer oder ein Anwalt.

Bei Gästen gilt: Personen im Hintergrund oder in großen Gruppen sind unproblematischer, klar erkennbare Gäste brauchen ein Okay. Planen Sie Szenen mit Gästen so, dass Sie vorher fragen.

Wie oft sollten Sie posten?

Regelmäßigkeit zählt mehr als Menge. Ein Rhythmus, den Sie halten können, schlägt einen ambitionierten Plan, der nach drei Wochen einschläft. Für viele Betriebe heißt das: ein paar feste Termine pro Woche, dazu Stories nach Bedarf. Das WIFI Wien empfiehlt, mit den Instagram-Insights zu prüfen, wann die eigene Community aktiv ist.

Ein Redaktionsplan, der Gastgarten-Saison, Feiertage, Menüwechsel und Veranstaltungen berücksichtigt, hilft dabei. Wie Sie ihn aufsetzen, ist Teil von Strategie und Setup.

Wie FameFactory in Gastronomie und Hotellerie arbeitet

Wir kommen vor Ort, produzieren Foto, Video und Reels selbst und betreuen danach Ihre Kanäle. Seit 2018 arbeiten wir unter anderem mit Wokhouse, Trzesniewski, Dönerista und Il Melograno. Der Ablauf eines Drehtags ist auf den Betrieb abgestimmt: Raumaufnahmen vor dem Service, Gerichte zwischen den Zeiten, Atmosphäre während des Mittagsgeschäfts, Szenen mit Gästen nur mit deren Einverständnis.

Mehr dazu finden Sie auf der Seite Social Media für Gastronomie und Hotellerie und unter Content-Produktion vor Ort. Ein halber Drehtag startet ab 790 Euro, ein ganzer ab 1.390 Euro, jeweils netto zuzüglich 20 % Umsatzsteuer, mit individuellem Angebot nach dem Erstgespräch.

Häufige Fragen

Brauchen Restaurants überhaupt Instagram?

Gäste informieren sich vor dem Besuch online, auf Instagram und TikTok ebenso wie auf Google Maps. Ob Instagram für Ihr Lokal die wichtigste Bühne ist, hängt von Zielgruppe und Konzept ab. Ein gepflegtes Google-Profil sollten Sie in jedem Fall haben, Instagram kommt je nach Kapazität dazu.

Wie oft sollte ein Restaurant posten?

Das hängt von Ihren Ressourcen ab. Besser ein Rhythmus, den Sie über Monate halten, als tägliche Postings, die nach kurzer Zeit abbrechen. Im Erstgespräch legen wir gemeinsam fest, was für Ihr Lokal realistisch ist.

Muss ich Gäste um Erlaubnis fragen, wenn sie im Video zu sehen sind?

Wenn Gäste erkennbar im Bild sind, ist in der Regel ihre Einwilligung nötig. Das Recht am eigenen Bild und der Datenschutz greifen. Personen im unscharfen Hintergrund oder in großen Menschenmengen sind unkritischer (Ombudsstelle). Fragen Sie im Zweifel vorher. Rechtsberatung ersetzt das nicht.

Was ist wichtiger: Instagram oder Google-Profil?

Beides erfüllt unterschiedliche Aufgaben. Instagram zeigt Atmosphäre und schafft Interesse. Das Google-Profil beantwortet die praktischen Fragen: Wo, wann geöffnet, wie reservieren. Beide sollten dieselben Informationen und passende Bilder zeigen.

Nächster Schritt

Wenn Sie wissen wollen, wie das für Ihren Betrieb aussehen kann, sehen Sie sich unsere Social-Media-Betreuung an oder schauen Sie in die Referenzen. Für ein individuelles Angebot können Sie ein Erstgespräch buchen.

Quellen

Beniamino Häfner

Beniamino Häfner

Gründer und Inhaber von FameFactory. Studium an der WU Wien (BSc, MSc) mit Schwerpunkt Social-Media-Marketing. Betreut seit 2018 Unternehmen in Wien und ganz Österreich.